Während unseres Herbsturlaubs 2004 in Spanien lernten
wir auf einem Campingplatz in Nordspanien die Familie Wallace kennen. Wir
verbrachten einen sehr netten Abend mit Dudelasack und Gesang. Zum Abschied
wurden die E-Mailadressen ausgetauscht, um die gemachten Bilder auszutauschen.
Nach gut einem Jahr, erreichte mich eine Auftrittanfrage aus
dem sonnigen Spanien, von eben dieser Familie Wallace. Sie schrieben, dass
sie sich in Spanien niedergelassen haben und sich dort beruflich betätigen.
Für Sylvester 2005 haben sie eine Sylvesterparty geplant und würden
sich freuen, wenn ich dort auftreten würde.
Die Entscheidung fiel uns recht leicht, denn über den Jahreswechsel hatten wir sowieso Urlaub geplant - allerdings in Holland. Die Aussicht auf einen Urlaub mit Sonne und ca. 15 - 20 Grad machte uns es wirklich leicht. Kurzerhand wurden dann die Vorbereitungen getroffen, lange und dicke Pullover wurden gegen dünnere ersetzt, die Badehose und das Surfbrett verstaut und es ging los.

Bereits auf dem Campingplatz nördlich von Valencia ging es recht very british zu und wir erlebten einen Campingplatz in voller Farbenpracht.

Weiter südlich, auf dem Campingplatz am Mar Menor in
La Manga änderte sich das Bild kaum. Viele Briten, die es sich auf dem
Platz gemütlich gemacht hatten, mit Wohnmobilen, die wir bisher nur auf
Ausstellungen oder den USA gesehen hatten. Rollende Eigentumswohnungen, die
unseren Wohnwagen daneben recht winzig aussehen ließen.
Der Sylvester Abend war dann, gegenüber den Vorjahren,
umso interessanter, denn wir hatten vorher noch nie den ganzen Abend englisch
sprechen müssen. Neben den Ausführungen, warum ein Deutscher Dudelsack
spielt, wie dieser dann auch noch zu Sylvester nach Spanien kommt, fanden
sich schnell weitere interessante Themen. Und wie könnte es anders sein,
lernten wir auch wieder einen Dudelsackspieler kennen. Dieser kam extra aus
Japan angereist und besuchte mit seiner Frau und den Kindern seine Eltern,
die in La Manga leben. Schnell hatten wir das entsprechende Thema gefunden
und ich staunte nicht schlecht als ich hörte, dass er bei den Royal Scott
Dragoon Guards gespielt hatte und sogar als Solopiper für Queen Elisabeth
spielen durfte. Wieder kamen einige wertvolle Tipps und Tricks zum Erfahrungsschatz
dazu.
Um 24:00 Uhr war es dann endlich soweit und mit "Auld Lang Syne" wurde das neue Jahr begrüßt. Die Gäste tanzten auf der Straße und sogar aus dem angrenzenden Chinesischen Restaurant nahmen viele die Töne der Pipe dankend an. Kurz vor 01:00 Uhr sagte Graham Wallace, dass ich mich noch einmal fertig machen solle, denn dann wird noch einmal das Jahr nach britischer Zeitrechnung begrüßt. Als ich fragte, ob er einen speziellen Liederwunsch hat, sagte er, dass Auld Lang Syne schon genau das richtige Lied sei und ich könne es ruhig recht lange spielen.

Der Abschied viel uns entsprechend schwer, nicht nur wegen
des sonnigen Wetters, sondern vielmehr wegen der super netten Bekanntschaften
und einer tollen Familie Wallace. Wir sind uns sicher, dass dies nicht der
letzte Besuch in la Manga war.